Datiertes Schloss, Rendering 4k Rückseite

virtuelles Vorhängeschloss – profaner Fund in HD

Das Objekt

Selten finden Archäologen, während Baubegleitungen, sich selbst datierende Objekte. Im Oktober diesen Jahres hatten wir Glück und stießen auf genau solch ein Stück, im Havelland. Leider handelt es sich weniger um einen Vor- oder Frühgeschichtlichen Fund, sondern um ein eher modernes Vorhängeschloss, an dem eine Münze aus den 30er Jahren festgerostet war.

Vorhängeschloss inklusive festgerosteter Münze

Vorhängeschloss inklusive festgerosteter Münze

Sicherlich stellt dieser Fund aus archäologischer Perspektive, kein übermäßig spektakuläres Objekt dar. Vor allem da wir eher auf der Suche nach Befunden des Mittelalterlichen Dorfkerns waren. Gebäude oder Straßenspuren des alten Dorfes konnten wir nicht dokumentieren, stattdessen trafen wir nur auf einige moderne Störungen, Gruben und eine Reihe älterer Planierungsschichten.

und eben dieses Schloss…

Der Weg zum 3D Modell einer Fibel

Update

Das Modell verfügt jetzt auch über Anmerkungen und voreingestellte Ansichten.


 

Original Fibel

Original Fibel

Originalmeldung
Diese Fibel aus einer Universitätsgrabung in Niedersachsen wurde mir nach ihrer Restauration zur Digitalisierung zur Verfügung gestellt.

Gerade an diesem Objekt habe ich viel gelernt. Sei es das einstellen der Blende, das bereitstellen von genug Licht. Vor allem die durch Versiegelung glatte und spiegelnde Oberfläche war anfangs problematisch. Da sich meine Beleuchtung durch immer wieder auftretende Reflexionen störend auf den Bildern niederschlug. Noch ärgerlicher war das sich eben dieses Streulicht als Streupunkte, Rauschen und Fehlstellen im berechneten 3D Modell darstellte.
Aufgenommen habe ich etwa 137 Bilder von denen aber 28 nicht verwendbar waren (aus Gründen die bisher nur das Programm selber kennt).

Geschossen habe ich diese mit einer EOS 600D und einem Standard Objektiv. Zur Beleuchtung dienten zwei Tageslicht LED Strahler sowie ein Ringlicht direkt an der Kamera. Das Objekt selbst habe ich auf einem Drehteller positioniert und mit einer „Kalibrationsmatte“ unterlegt. Die Hoffnung mir dadurch viel Arbeit beim späteren verarbeiten zu sparen war leider trügerisch.
Denn die Szenenstruktur konnte der Algorithmus zwar besser bestimmen anhand der Matte, nur leider ließen sich die Punkte der beiden Teilmodelle ohne Maskieren nicht sicher aneinander bringen.

Die beiden Einzelscans werden über mehrere Punkte ausgerichtet um sie zu einem Modell zu verschmelzen

Die beiden Einzelscans werden über mehrere Punkte ausgerichtet um sie zu einem Modell zu verschmelzen

digitalisierte Keramik und ihre Möglichkeiten

Diese Tasse wurde auf einer studentischen Forschungsgrabung der FU-Berlin, im Havelland gefunden. Sie bot sich für mich als Testobjekt zur 3D Digitalisierung aus mehreren Gründen an:

  1. Sie war verfügbar da sie noch in der Fundaufarbeitung verblieben war
  2. sie besteht aus mehreren Einzelscherben die altgebrochen und in überschaubarer Menge vorhanden waren
  3. insgesamt lässt sich durch die „zusammengeklebten“ Scherben ein komplettes Profil des Gefäßes rekonstruieren
  4. ich hatte Hoffnung das die Oberflächenstruktur, gerade der facettierte Umbruch, nicht ganz im Modell verloren geht
Aussenseite einer Tasse aus dem Havelland, bestehend aus acht Einzelscans

Aussenseite einer Tasse aus dem Havelland, bestehend aus acht Einzelscans

Also ging ich in den Fundkeller und fotografierte los.