Insekten sind extrem spannende Wesen. Ihr feingliedriger Chitinpanzer und ihr Exoskelett hinterlassen beim Betrachter einen fast außerirdisch wirkenden Eindruck. Nicht nur Entomologen, sondern auch Besucher sind fasziniert von der Vielfalt von Formen, Größen und Farben in Insektensammlungen.
Leider sind sie meist winzig und zerbrechlich und können daher nur unter Vergrößerungsgläsern und Mikroskopen ihre Schönheit entfalten.
Ein Lösungsansatz, um Interessierte und Besucher näher mit Käfern zusammenzubringen, sind hochdetaillierte 3D-Scans und -Drucke. Sie ermöglichen es, die Käfer aus allen Perspektiven zu betrachten, sie anzufassen und die Scheu vor ihnen abzubauen.
3D-digitalisierte Käfer
Vor vier Jahren konnte ich für Formwerk3d genau solche Scans und Drucke ausführen. Es sollten zwei Spezies digitalisiert und anschließend vergrößert ausgedruckt werden.

Als Datenbasis dienten uns zwei in Formaldehyd präparierte Käfer, die ich fotogrammetrisch erfasst habe. Dazu kam ein automatischer Drehteller zum Einsatz, um durch die hohe Aufnahmegeschwindigkeit ein Austrocknen der Aservate zu verhindern.
Die Grundstruktur der Insekten konnte ich mit dem Scan gut erfassen und einen sauberen Grundkörper erstellen. Bedauerlicherweise waren jedoch bereits einige Beschädigungen (Löcher im Panzer, fehlendes Bein …) an den Körpern vorhanden, sodass es noch einiger Nachbearbeitung bedurfte.
Anhand anatomischer Zeichnungen aus diverser Fachliteratur konnte ich die fehlenden Teile ersetzen, die Beine neu ausrichten und die Modelle druckbereit machen.
Ausdruck und Zusammenbau
Die Insekten sollten im Maßstab 10:1 vergrößert und gedruckt werden. Später mussten Sie stabil genug sein, um von Besuchergruppen berührt und herumgereicht werden zu können. Daher fiel die Wahl auf ein Toughresin im SLA‑Verfahren.
Durch den Resindruck lassen sich feine Details und glatte Oberflächen erzeugen, die sich hervorragend schleifen und grundieren lassen. Und da die Krabbler später naturalistisch lackiert werden sollten, passte dieses Material super zu den Anforderungen.
Trotz der Stabilität und hohen Druckauflösung des Resins habe ich in Absprache mit dem Kunden einige Details angepasst und reduziert, damit keine scharfen Kanten und fragile Stäbe hergestellt werden, die später brechen können oder Besucher ritzen könnten.
Für den Ausdruck selbst wurden die Insekten in Körper und Beine zerlegt, um Stützmaterial und Nacharbeit zu sparen, und anschließend zusammengesetzt. So konnte auch jedes Einzelteil leichter nachgeschliffen werden, bevor es zusammengesetzt wurde.




Als Kleber und Spachtel kam dasselbe Resin zum Einsatz, aus dem die Drucke selbst waren.
Lackierung
Die fertigen Resinmodelle wurden mit PU-Lack grundiert und anschließend in mehreren Schichten mit Acrylfarben lackiert. Für gleichmäßigen Farbauftrag und feine Farbübergänge kamen dafür eine Airbrushpistole und eine Sprühkabine zum Einsatz.
Anschließend wurden die Farben und Oberflächen mit mehreren Schichten schlagfestem UV-Schutzlack versiegelt, damit auch raueres Handling und Lichteinwirkungen keinen Einfluss auf die Objekte haben.
Die Modelle im Einsatz
Nach wie vor kommen unsere Riesenkrabbler bei Führungen durch die Sammlungen zum Einsatz und faszinieren Jung und Alt. Wenn Sie nicht direkt herumgereicht werden, stehen Sie in Vitrinen neben Ihren originalen Vorbildern und erweitern das Erlebnis der Ausstellung.






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